Umzugsangebote für Jobcenter einholen – wann die Arbeitsagentur Umzugskosten zahlt

Hartz-IV-Empfängern kann das Jobcenter nahelegen eine günstigere Wohnung anzumieten. Diese Aufforderung ist für den Mieter nicht verbindlich, doch muss er ggf. mit Kürzungen beim Leistungsempfang rechnen, sollte das Jobcenter der Auffassung sein die Wohnkosten seien nicht angemessen. In diesem Fall spricht der Gesetzgeber von einer unangemessenen Wohnung und im Zusammenhang mit der Aufforderung des Jobcenters hat sich der Begriff „Zwangsumzug“ geprägt.

Diese Umzugssituation ist nicht zu verwechseln mit einem freiwilligen Wohnungswechsel, der unter gewissen Voraussetzungen ebenfalls Ansprüche berechtigt, die sich auf die Übernahme der Umzugskosten bezieht. Hat das Jobcenter dem freiwilligen Wohnungswechsel zugestimmt, obliegt es dem Hartz-IV-Empfänger eine Kostenberechnung durchzuführen und auf Basis dieses Umzugsangebotes eine Finanzierungshilfe zu beantragen.

Umzugsangebote einholen
Umzugsangebote für Jobcenter einholen

 

 

Übernahme der Transportkosten nach Einholung von Umzugsangeboten

Wenn der Hartz-IV-Beziehende selbst nicht in der Lage ist die logistischen Herausforderungen eines Umzugs zu bewältigen, bestehen Hoffungen, dass die Arbeitsleistungen von einer Umzugsfirma übernommen und diese vom Jobcenter gezahlt werden. Eindeutig ist in diesem Fall der Nachweis zu erbringen, dass der Umziehende aufgrund von körperlichen Einschränken außer Stande ist sein Wohnungsinventar selbst zu befördern.

Dies ist z. B. der Fall bei einer Behinderung, im Fall hohen Alters oder bei anderen z. B. krankheitsbedingten Einschränkungen. Anspruch auf die Erstattung der Umzugskosten werden bei einem freiwilligen Umzug also nur in Ausnahmefällen genehmigt. Sind die o. g. Voraussetzungen gegeben empfiehlt es sich drei Kostenvoranschläge bei Umzugsunternehmen einzuholen.

So läuft es ab:

Die Kostenvoranschläge werden vom Kundenberater geprüft und ggf. gemeinsam mit den übrigen Kosten für Umzugsmaterialien (Umzugskisten, Verpackung, Luftpostlerfolie) sowie der Kostenübernahme für Umzugshelfer bzw. der Möbelmontage bewilligt.

Kostenuebernahme durch Jobcenter Umzug Hartz 4

Diese Umzugsgründe können eine Kostenübernahme durch das Jobcenter begünstigen

Bei veränderten Lebensumständen stehen die Chancen gut, dass die Empfänger von Arbeitslosengeld II eine Kostenbeteiligung des Jobcenters erwarten können. Dazu zählen diverse persönlichen Umstände wie, Heirat, Trennung, Scheidung oder Familienzuwachs. Wer nicht in der Lage ist Treppenhäuser zu bewältigen und z. B. barrierefrei wohnen muss, sollte sich ebenfalls an das Jobcenter wenden.

Auch im Falle einer Kündigung durch den Vermieter bestehen Chancen, doch nur dann, wenn die Kündigung nicht durch eigenes Verschulden verursacht wurde. Selbstverständlich tritt oft der Fall ein, dass ein berufsbedingter Wohnungswechsel erforderlich ist und die zukünftige Arbeitstätte zu weit von aktuellen Wohnort entfernt ist, um täglich zu pendeln. Auch diese beruflich motivierten Umzüge sind förderungsberechtigt.

Wichtig:

Wie bei allen Situationen sollte dem Jobcenter ein möglichst umfassender und natürlich aktueller Nachweis vorgelegt werden. Das gilt zum Bespiel auch für Alleinerziehende Personen, die aufgrund der Kinderbetreuung keinen Umzug im Do-it-Yourself-Verfahren vornehmen können.

Kostenvoranschläge von Möbelspeditionen zur Vorlage beim Arbeitsamt

 

 

Tipps für den Antrag auf Umzugsbeihilfe beim Arbeitsamt

Zunächst sollte man prüfen, ob die Beantragung der Umzugshilfe bei der Arge überhaupt Aussicht auf Erfolg hat. Nicht jeder Hartz-4-Empfänger hat einen Anspruch auf die Übernahme von Umzugskosten.

Generell sollten Hartz-4-Bezieher Anträge vermeiden, die im Vorhinein wenig Genehmigungserfolg versprechen. Die Umzugsbeihilfe ist ein Zuschuss auf den grundsätzlich kein Anspruch besteht. Darüber sollten sich Antragsteller zunächst im Klaren sein.

Umzugsbeihilfe wird dann gewährt, wenn sich die persönliche Situation des Antragstellers durch die Hilfe deutlich verbessert. Die Entscheidung über die Bewilligung liegt also auch im Ermessen des Jobcenter-Angestellten. Und diesen gilt es daher möglich umfassend und mit aktuellen Entscheidungsgrundlagen zu informieren.

Das sollten Sie wissen

Wer auf eine Umzugsfinanzierung durch das Jobcenter hofft, sollte daher gewissenhaft vorgehen und sich getrost ein wenig Zeit nehmen, um die persönliche Lebenssituation zu skizzieren.

Veraltete Gesundheitsatteste sind in diesem Zusammenhang ebenso ungeeignet wie lückenhafte Begründungen oder vage Berechnungsgrundlagen.

Jobcenter Umzugshilfe Umzugsangebote einholen

Rechtstipp: Umzugsangebote für Jobcenter einholen

Alle Rechtsgrundlagen für die Beantragung von Umzugskostenbeihilfe beziehen sich auf:

Sozialgesetzbuch (SGB) Zweites Buch (II) - Grundsicherung für Arbeitsuchende - (Artikel 1 des Gesetzes vom 24. Dezember 2003, BGBl. I S. 2954) § 22 Bedarfe für Unterkunft und Heizung

Grundsätzliches zur Beantragung von Umzugskostenbeihilfe

In Deutschland finden täglich knapp 25.000 Umzüge statt. Der überwiegende Teil dieser Wohnungswechsel ist privat motiviert und Befragungen zum Umzugsverhalten zeigen deutlich das der Do-it-Yourself-Anteil hierzulande besonders hoch ist und bei 75 % liegt.

Anders ausgedrückt: 3 von 4 umziehende Privatpersonen stemmen das Umzugsvorhaben selbst und leisten einen hohen Eigenanteil. Lt. Marktforschungsergebnissen nehmen selbst besserverdienende Berufsgruppen vieles selbst in die Hand, um die logistischen Herausforderungen zu bewältigen.

Jobcenter: Umzug Angebote anfordern
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Der Staat hilft, wenn es sein muss

Dies sei an dieser Stelle aufgeführt um klar zu machen, dass die Unterstützungsleistungen des Staates (oder ggf. auch des Arbeitgebers) keinesfalls als selbstverständlich angesehen werden sollten.

Wer sich geistig mit verschränkten Armen in das Jobcenter begibt und der Auffassung ist: „Ihr werdet meinen Umzug schon finanzieren, Freunde!“, der sollte seine Haltung dringend überprüfen. Das gilt insbesondere für Personen unter 25 Jahren, bei denen nur in äußerst seltenen und dringenden Angelegenheiten amtliche Finanzhilfe zu erwarten ist.

Tipps für die erfolgreiche Beantragung von Umzugshilfe durch das Jobcenter

Stellt das Jobcenter eine positive Prognose was die Übernahme von Umzugskosten betrifft, so belaufen sich die Gesamtkosten der Bewilligung schnell auf nennenswerte Beträge, u. U. sogar auf mehrere Tausend Euro.

Nicht selten stehen die Genehmigungsverfahren im Verbund mit Wohnungsbeschaffungskosten und artverwandte Bereiche wie Unterstützungsleistungen bei der Mietkaution (Darlehn) und ähnlichem. Vor diesem Hintergrund ist eine gewisse Sorgfalt anzuraten, um die Genehmigungssituation nicht durch Halbherzigkeit zu verschlechtern:

  1. Seien Sie klar in Ihren Ausführungen bei der Antragstellung.
  2. Stellen Sie die Situation umfassend, aber sachlich und wahrheitsgetreu dar.
  3. Führen Sie den persönlichen Hintergrund ausführlich und nachvollziehbar aus.
  4. Verzichten Sie nicht auf die Benennung von persönlichen und beruflichen Perspektiven.
  5. Achten Sie auf die Vollständigkeit aller Unterlagen zum Zeitpunkt der Beantragung.
  6. Fügen Sie reichlich Belege und Kostenaufstellungen bei (Verträge, Atteste, Kostenvoranschläge)
  7. Informieren Sie den Sacharbeiter mit zeitlichen Vorlauf vorab vor dem nächsten Beratungsgespräch, idealerweise per E-Mail und digitalisieren Sie alle Dokumente.

Nehmen Sie sich also Zeit für den Umzugskostenantrag. Die Praxis zeigt, das der überwiegende Teil der Anträge erheblich zeitlich verzögert bearbeitet wird, weil die Sachbearbeiter Betroffene immerzu zur Vervollständigung der für die Beurteilung wichtigen Unterlagen auffordern müssen. Dazu gehört auch die Anforderung von Umzugsangeboten online bei Firmen oder bezahlten Umzugskräften.

Kostenvoranschlag einholen für das Jobcenter
Kosten einholen

 

 

Hinweise für das Einholen von Umzugsangeboten für das Jobcenter

Wenn Sie Ihre Antragsformulare für die Bewilligung von Umzugsbeihilfe beim Jobcenter sogleich mit konkreten Kostenvoranschlägen versehen, dann ist das vorteilhaft, da sich der oder die Entscheider/in beim Arbeitsamt auf diese Weise frühzeitig ein Bild von den zu erwartenden finanziellen Größenordnungen machen kann.

Es liegt auf der Hand, dass Ihnen das Jobcenter keinen Full-Service-Umzug finanzieren wird, bei denen Sie selbst sogar in einer Sänfte in die neue Wohnung getragen werden. Die beiden Faktoren „notwendig“ und „billig“ sind also bei der Angebotseinholung tunlichst zu berücksichtigen.

Wie viel Beihilfe zahlt das Jobcenter zum Umzug?

Auf folgendes sollten Sie in der Praxis achten, wenn Sie online Umzugsangebote anfragen:

  1. Sorgen Sie für eine ausreichende Anzahl von Angeboten (gefordert sind meistens 3, mehr ist gut)
  2. Informieren Sie potentielle Dienstleister bei der Angebotseinholung per Online-Formular über den ALG-II-Background)
  3. Erwähnen Sie den Eigenleistungsanteil beim Umzugsvorhaben (Kisten packen, trotz Behinderung o. ä.) – es geht um eine Beihilfe, nicht um eine Delux-Förderung.
  4. Seien Sie bei der Angebotseinholung via Online-Formular ehrlich und übertreiben Sie nicht (ausdrückliche Warnung vor Deals).

Fügen Sie Ihrer Antragsstellung eine etwas unrealistische „Streichpositionen“ hinzu, die von vorne herein keine Aussicht auf Bewilligung hat (Teppichreinigung o. ä.)